Eine rauschende bunte Ballnacht
Winterball - Traditionelle Veranstaltung des Stephaneums im Bestehornhaus ist ausverkauft.
"Der Abend wird so bunt wie die Blumen zur Landesgartenschau in diesem Jahr." Ein Versprechen, das die beiden Moderatorinnen Franziska und Anna gleich zu Beginn der Veranstaltung geben. Bunt ist das Programm zum 17. Winterball, den ganz traditionell das Ascherslebener Gymnasium Stephaneum, der Förderkreis und Verband ehemaliger Schüler des Stephaneums veranstalteten. Bunt die Kleider, die an diesem Abend getragen werden, bunt die Theatergruppe des Stephaneums, bunt die Musik der Band Soundcheck, bunt die Modenschau der Lehrer und bunt oder doch mehr ausgelassen die Stimmung.
Die Band Soundcheck macht gleich zu Beginn ihrem Namen alle Ehre, führt noch einen Test mit dem Tontechniker durch und nimmt anschließend das Publikum mit "Über den Wolken". Nicht lange müssen die vier jungen Musiker ihre Instrumente spielen, bis sich die Tanzfläche füllt. Die Lust, die Beine zu bewegen, wird vom ersten Takt an gespürt. Doch aller Anfang ist eben schwer.
Wer noch ein bisschen mit der Bewegung in der Mitte des Saales warten will, hat die Möglichkeit, im Raum 8 des Hauses eine Kostprobe der Theatergruppe zu erleben. Moderatorin - "Die Dirk" - erklärt kurz, dass sie Pink mag und wer die anderen alle im Raum sind. Die bucklige Verwandtschaft, ein Magier, ein Kommissar, der drei Fälle zu lösen hat, und eben Horst - die Hauptperson, die
eigentlich alle beerben wollen. Doch der Alte hat nun Chantal - seine Verlobte - eine junge Französin, mit der er die ganze Zeit turtelt.
Alles noch ein bisschen verwirrend, aber doch durchaus mit viel Klarheit. Das Ende? Das wird noch nicht verraten. "Wir werden unsere Premiere wahrscheinlich im Frühling feiern. Kommen Sie und sehen Sie, wie es ausgeht", sagt "Die Dirk". "Leben sie noch? Oder erben wir schon" -ist das neuste Stück - eine mörderische Komödie - der Theatergruppe.
Also doch ab auf die Tanzfläche, das gehört schließlich zu einer rauschenden Ballnacht dazu. Und natürlich Lieder, die ins Ohr gehen. Die hat nicht nur Soundcheck mitgebracht, sondern auch der Solo-Künstler Enrico Scheffler, der Ausschnitte aus seinem Programm zeigt. So erklärt er, dass "Mit 66 Jahren" noch lange nicht Schluss ist, dass er gern in einem "Bett im Kornfeld" liegt oder in einem "Ehrenwerten Haus" wohnt. Und auch als Rosenkavalier macht sich der junge Sänger nicht schlecht. "Es war übrigens der sechste Winterball, auf dem ich künstlerisch tätig sein durfte. Darüber freue ich mich sehr", sagt er, als er sich verabschiedet, um sich wieder unter die Menge zu mischen.
"Vom Eise befreit..." ist anschließend im Raum 8 zu hören. Die Schüler und Schülerinnen des Deutschkurses schlüpfen in die Rollen großer Dichter und unterhalten so ein kleines Publikum. Der Dank - jede Menge Applaus. Doch noch viel mehr Beifall und anerkennende Pfiffe bekommen die Lehrer selbst. Denn sie waren der Höhepunkt des Abends.
Modenschau: "Lehrerbekleidung im Wandel der Zeit", heißt es im Programm. Und so kommt sie im kleinen Schwarzen - ein eintöniges Oberteil und ein noch eintönigerer Rock und er im Frack und Zylinder auf den Laufsteg - Mode in der Schule zur Jahrhundertwende. "Mode ist etwas, was heute schön ist, gestern hässlich und morgen grässlich sein wird", erklärt die Moderatorin
den Stil.
So zeigen sich die Lehrer im Hippi-Look der 70er Jahre mit Stirnband und Räucherstäbchen und lang gewellten Haaren, im Tarnanzug aus DDR-Schul-Zeiten, im attraktiven Trainingsanzug für den Sportunterricht, im Abba-Stil mit Plateau-Schuhen und als Hausfrau im bunten Kittel mit passendem Staubwedel. Aber es gibt auch Fachlehrermode zu sehen: der Chemie- und Biologie-Kittel-Look. Passend zum Letzteren bringt Fachlehrer Norbert Falke ein riesige gelbe Schlange mit, die er der Hausfrau um den Hals legt. Nicht ohne vorher
den lateinischen Namen der Schlange vom Zettel abzulesen. Mit Staunen verfolgen die Winterball-Besucher auch diese bunte Überraschung. Die Modenschau endet bunt, denn die Lehrer lassen es sich nicht nehmen, noch einmal ihre Mode gemeinsam zu präsentieren. Dieses Mal mit einer Polonaise durch den Saal. Und so neigt sich langsam ein Kulturhöhepunkt der Stadt dem Ende entgegen. Das Versprechen wird gehalten: es bleibt bunt. So bunt eben, wie die Blumen auf der Landesgartenschau sein sollen.